Mittwoch, 20. Mai 2015

Früher war alles anders | wenn Kinder mit Smartphone und Co. aufwachsen


Hallo alle zusammen,

ist ja schon wieder Bergfest heute. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Und mit dem Mittwoch gibt es heute wieder ein neues Thema im Alltag mit (meinem) Kind. Inspiriert hat mich ein Online-Artikel von gestern, in dem es über die Statistik ging, dass 39 Prozent der Kinder, mehr als in den vorherigen Jahren, bereits von klein auf mit Tablet, Smartphone und Co. spielen dürfen. 

Ich stehe kurz vor meinem 25. Lebensjahr. Ich bin ein Kind der 90er Jahre. Man spielte draußen, bis die Straßenleuchten angingen oder die Mutter laut nach einem rief. Man klingelte einfach an Haustüren der Freunde und hoffte, das dieser jeweils Zeit hatte. Mein erstes Handy war ein Alcatel mit dicker Antenne, aussehend wie ein Walkie-Talkie. Das Internet entdeckte ich mit 12 Jahren und alles was ich wollte, war Pokemon-Bilder in einem eigens benannten Ordner zu sammeln. Aber wie sagt man so schön:

"Früher war alles anders!"

Seitdem ich ein Kind habe, habe ich mich immer theoretisch darauf vorbereitet, dass es bei meinem Kind digitale Geräte nicht zu verfrüht gibt. Hatte ich ja schließlich als Kind auch nicht. Die Praxis war dann doch ganz anders. Meine Tochter wird in zwei Monaten ganze 2 Jahre alt. Und auch sie spielt bereits ab und an mit dem Tablet!

"Eltern stellen Kinder mit Elektrogeräten ruhig und gehen Konflikten aus dem Weg."

Das ist die Meinung vieler. So habe ich es eine Zeit lang auch gesehen. Es gibt bestimmt eine Dunkelziffer an Eltern, die ihre Kinder mit Gameboy, Smartphone-Apps und lustigen Youtube-Videos abspeisen, nur um nach Feierabend einfach die Beine hochzulegen. Und das ist etwas, was ich wirklich falsch finde. Man kann dem Kind in der heutigen Zeit keineswegs den Kontakt zur digitalen Welt verweigern, es sei denn man ist ein Aussteiger. Schließlich sieht das Kind von einem selbst, dass man ohne Smartphone und Co. den Alltag kaum noch bewältigen kann. Man sollte dem Kind von Anfang an ein gesundes Verhältnis zur digitalen Welt beibringen, sodass die Realität nicht zu kurz kommt. 


Meine Meinung ist, dass mein Kind sogar von der "verfrühten" Handhabung mit digitalen Geräten profitieren kann. Bei uns ist das so, unsere Tochter darf einen gewissen Zeitraum mit dem Tablet spielen und dann auch nur ausgewählte Spiele, die ihrem Alter entsprechend sind oder sogar ihre Lernfähigkeit in meinen Augen fördern. Sie darf (und will) nicht täglich spielen und das dann auch nicht sehr lang. Dafür ist Nora im allgemeinen auch noch zu ungeduldig und das ist auch gut so. 

Es gibt zahlreiche Lernspiele für Kinder. Bereits ab dem ersten Lebensjahr. Das Erkennen von Tieren, Memory und vieles weiteres. Für viele Tablets, Handys und andere Geräte gibt es bereits kinderfreundliche Apps die es einrichten lassen, was das Kind anklicken kann, das Werbung und interne Verlinkungen ausgeblendet werden und wie lange ein Kind bestimmte Apps spielen darf. 

Wir haben ein Kindle. Da ist bereits die "Freetime"-App mit drauf gewesen. Dort haben wir ein kindersicheres Profil angelegt, mit Apps die nur sie spielen kann. Man kann Zeiten einstellen, wie lange sie etwas spielen darf und kommt sie unverhofft auf Werbebanner, so wird erst nach einem nur von den Eltern gekanntem Passwort gefragt, welches zur Internetverlinkung führen würde. So kann sie eben keinen Mist bauen.


Wie steht ihr zur heutigen medialen Welt und wie habt ihr eure Kinder daran geführt?

Ich bin der Meinung, man kann eine gesunde Balance zwischen Digitalem und Realen schaffen, sollte es aber keineswegs als Konfliktlösung oder "Ruhig-Steller" benutzen!

Kommentare:

  1. Was ein schönes Thema!
    Ich selbst wuchs auch so auf, obwohl ich 18 Jahre jung bin. Bei mir gab es höchstens Abends vor dem Schlafen gehen Fernsehen oder wenn man mal krank war, durfte man sich mit Fernsehen und Kuchen ins Bett kuscheln. Ich hatte aber eine Kindheit, die nicht von Digitalgeräten beeinflusst wurde. Ich spielte draußen mit Freunden bis es Abendessen gab und danach ging es ab in die Haia, bis der Tag von vorne begann. Mein erstes Handy bekam ich, als ich begann in die Mittelschule zu gehen, die im nächsten Dorf lag um zur Sicherheit meine Mutter zu kontaktieren, sollte es Probleme mit dem Bus geben, ansonsten war es zu nichts nutz.
    Ich verbrachte meine Zeit auch im Reitstall oder spielte mit Puppen und das sogar sehr lange, muss ich gestehen, genauso wie mit Playmobil. Irgendwann, wenn ich selbst Kinder habe, möchte ich ihnen selbst so eine Kindheit bieten. Draußen gibt es meiner Meinung nach einfach so viel mehr zu entdecken als in einem Handy oder Tablet.
    Gut, dass es in der heutigen Zeit unmöglich sein mag Kinder ohne Digitalkram großzuziehen bezweifle ich, aber ich finde es auch gut, wie du es regelst. Eine bestimmte Zeit mit bestimmten Apps.

    Sehr schöner Beitrag!
    Liebe Grüße, Franzi :)
    www.abinswunderland.blogspot.de

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    1. Huhu Franzi,
      danke für dein Kommentar :) Unsere Kindheit ähnelt sich sehr stark wie mir scheint :D :) Leider ist das alles nicht mehr so, wie zu unserer Zeit obwohl ich meinem Kind wünsche, dass sie solch eine schöne digitalfreie Kindheit bekommt, wie wir es hatten.

      LG,
      Teena ♥

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